Interview zum Jubiläumskunstwerk: "Mut zu mehr Menschlichkeit"

Zum 30-jährigen Jubiläum des Hauses der Diakonie in Preetz entstand ein neues Kunstwerk der Künstlerinnen Chili Seitz und Ute Diez. Im Interview sprechen die Künstlerinnen und der Leiter des Diakonischen Werkes, Daniel Hettwich, über das Projekt. Das steckt dahinter.

Interview zum Jubiläumskunstwerk

Viele Preetzerinnen und Preetzer fragen sich derzeit, was es mit den farbigen Elementen an der Fassade des Hauses der Diakonie auf sich hat. Hinter dem neuen Kunstwerk zum 30-jährigen Jubiläum steckt mehr als eine gestalterische Idee. Die Künstlerinnen Chili Seitz und Ute Diez und Daniel Hettwich, Leiter des Diakonischen Werkes Plön-Segeberg, erzählen im Interview von ihrem Konzept und ihrer Motivation.

Herr Hettwich, warum hat die Diakonie zum 30-jährigen Jubiläum ein Kunstwerk in Auftrag gegeben?

Daniel Hettwich: "30 Jahre Haus der Diakonie sind für uns ein besonderer Meilenstein. Das Haus steht seit drei Jahrzehnten für Beratung, Begegnung und Unterstützung, unabhängig von persönlichen Hintergründen. Mit dem Kunstwerk wollen wir unsere Werte, wie Nächstenliebe, Zusammenhalt und Vielfalt sichtbar machen und ein Zeichen setzen, das über das Jubiläum hinaus wirkt."

Frau Seitz, Frau Diez, welche Idee steckt hinter dem Kunstwerk?

Chili Seitz: "Wir machen Kunst, die mit dem Ort und den Menschen zu tun hat. Deshalb haben wir uns intensiv mit der Diakonie und dem Kirchenkreis Plön-Segeberg beschäftigt. Die Farben sind an die Diakonie angelehnt, während die Formen den Kirchenkreis repräsentieren. Der Kirchenkreis, wurde in einzelne Teile aufgeteilt, denn auch ein großes Ganzes besteht immer aus vielen einzelnen Teilen – ähnlich wie in einer Gemeinschaft."

Ute Diez: "Dass die Arbeiten eine Strahlkraft haben, aber auch ein Rätsel aufgeben. Die Preetzer sollen sich fragen: Was ist das genau? Vielleicht entsteht auch der Impuls, das Gebäude einmal näher kennenzulernen und hineinzugehen."

Was bedeuten die einzelnen Formen?

Ute Diez: "Die Elemente, die „Blobs“, verraten uns etwas über die ursprüngliche Form des Kirchenkreises Plön-Segeberg. Die einzelnen Formen wurden zusammengefügt und frei gewählt, um unterschiedliche Assoziationen zu ermöglichen."

Chili Seitz: "Dadurch kann jeder etwas anderes in den Formen erkennen. Vielleicht erinnert eine Form an eine Wolke, eine andere an ein Tier oder sogar an einen Dinosaurier. Genau diese Wandelbarkeit der Grundformen ist ein wichtiger Bestandteil des Kunstwerks. Es geht darum, dass jeder Betrachter seine eigenen Gedanken und Vorstellungen entwickeln kann."

Herr Hettwich, was wünschen Sie sich von den Menschen, die das Kunstwerk sehen?

Daniel Hettwich: "Wir sind ein offenes Haus, in dem jeder Mensch willkommen ist. Daher hoffe ich, dass wir mit dem Kunstwerk auch Menschen erreichen, die sich sonst vielleicht weniger mit Kunst beschäftigen. Ich wünsche mir, dass sich Preetzer und Gäste unserer Stadt voller Freude mit dem Kunstprojekt auseinandersetzen und sich ihre eigenen Gedanken dazu zu machen. Vor allem wünsche ich mir, dass das Kunstwerk Mut macht zu mehr Menschlichkeit. Genau dafür steht die Diakonie seit 30 Jahren an diesem Standort."

Kunstwerk-Führung

Neugierig geworden? Beim Farbenfest zum 30-jährigen Jubiläum am 10. September 2026 im Haus der Diakonie stellen die Künstlerinnen um 15 Uhr ihr Werk persönlich vor. Wir laden herzlich zur Führung und zum gemeinsamen Feiern ein!

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